Geschichte

Die Geschichte der Baptisten im Nordwesten

Der Landesverband Nordwestdeutschland des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland ist der regionale Zusammenschluss der Baptistengemeinden in Bremen, dem nordwestlichen Niedersachsen mit den Landkreisen Rotenburg, Verden, Nienburg/Weser, Diepholz, dem Osnabrücker Land, dem Emsland sowie Ostfriesland und dem ehemaligen Land Oldenburg.

Geschichte

Die Wurzeln der Baptisten im Nordwesten reichen in die Anfänge des deutschen Baptismus zurück. Johann Gerhard Oncken, der Begründer der deutschen und kontinentaleuropäischen Baptisten legte durch seine zahlreichen Besuche in Ostfriesland, Oldenburg und Bremen den Grundstein für die ersten Gemeindegründungen in diesem Raum. Älteste Gemeinde der Region ist die - so ihr heutiger Name - Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Oldenburg. Sie wurde bereits 1837 gegründet. Ihr folgten die Gemeinden Jever (1840), Bremen (1845) und Ihren (1846). Bremen, Jever und Ihren entwickelten sich in der Folgezeit zum Ausgangspunkt vieler weiterer Gemeindegründungen. Ihre Pioniere waren Johann Ludwig Hinrichs, Johann Friedrich Oncken, Wilhelm Haupt und Pieter de Neui. Bis 1905 gehörte der Landesverband Nordwestdeutschland zur so genannten Nordwestdeutschen Vereinigung des deutschen Baptistenbundes. Die Jährliche Konferenz dieser Vereinigung beschloss 1906 in Oldenburg die Aufteilung in zwei selbständige Regionalverbände. Die 17 Gemeinden des nordöstlichen Vereinigungsgebietes nannten sich fortan Norddeutsche Vereinigung, die 16 Gemeinden der heutigen Baptisten im Nordwesten behielten bis 2005 den alten Namen bei.

Gemeinden und Statistik

Zum Landesverband Nordwestdeutschland gehören 2006 49 Gemeinden mit insgesamt ca 6600 getauften Mitgliedern. Rechnet man die noch nicht getauften Familienangehörigen und Freunde hinzu, so muss diese Zahl in etwa verdoppelt werden. Damit hat sich die Zahl der nordwestdeutschen Baptistengemeinden in den 100 Jahren ihres Bestehens verdreifacht.
Besondere Wachstumsschübe erlebten die Baptisten im Nordwesten in den 20er und - bedingt durch die Zuwanderung von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten - in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Auch in den beiden letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts kam es zu weiteren Gemeindegründungen: Meppen, Esens, Cloppenburg, Lilienthal und Sedelsberg. Seit 2005 existiert eine Gemeindegründungsinitiative in Ostrhauderfehn.

Struktur, Finanzen und Aufgaben des Landesverbandes

Der Landesverband gliedert sich in die zwei Bezirke Oldenburg/Bremen sowie Ostfriesland/Emsland. Die Bezirksversammlungen wählen jeweils die Hälfte der Landesverbandsleitung, die paritätisch aus Pastoren und Nichtpastoren besteht.
Die Gemeinden des Landesverbandes entsenden je nach Mitgliederstärke 2 bis 7 Abgeordnete zur jährlich stattfindenden Ratstagung, auf der über alle wesentlichen Fragen des Landesverbandes entschieden wird. Die Verbandsleitung beruft für bestimmte Aufgabengebiete Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter.
Die einzelnen Gemeinden führen pro Mitglied einen Beitrag an den Landesverband ab. Aus diesen Geldern und weiteren Kollekten und Spenden wird unter anderem das Gemeindejugendwerk des Landesverbandes finanziert. Ein Baufond unterstützt auf dem Darlehnswege Bauvorhaben in den örtlichen Gemeinden. Kleinere Gemeinden erhalten aus der Landesverbandskasse Zuschüsse für ihre Personalkosten. Die Mitglieder der Landesverbandsleitung versehen ihren Dienst ehrenamtlich.